Korrekter Weg ein Sketch/Objekt zu drehen

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chrisb
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Re: Korrekter Weg ein Sketch/Objekt zu drehen

Postby chrisb » Fri Oct 25, 2019 9:05 am

neo2001 wrote:
Fri Oct 25, 2019 8:51 am
EDIT: Hab MapPath Parameter von 0,5 auf 0,65 geändert und jetzt ist es wie ich es haben will. Nur leider habe ich keine Ahnung was es mit diesem Parameter auf sich hat.... :oops:
Das hat einen ähnlichen Effekt wie das Verschieben der DatumPlane in Z-Richtung. Bei MapPath=0 sitzt die Ebene am Anfang der Referenzlinie, bei 1 am Ende. Die Werte dazwischen interpolieren linear.
neo2001
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Re: Korrekter Weg ein Sketch/Objekt zu drehen

Postby neo2001 » Fri Oct 25, 2019 11:05 am

Ich habe ein Monstrum erschaffen! Zuletzt war das wie Mikado spielen. Plötzlich sind Löcher woanders aufgetaucht und Rundungen an beliebigen Stellen. Access Violations gab es auch ein paar. Hinzu kommt, dass nichts benannt ist und irgendwie alles durcheinander. Ausrufezeichen bis zum Abwinken. Ab einem bestimmten Punkt habe ich sämtliche Hemmungen verloren...

Trotzdem habe ich fast geschafft zu erstellen was ich erstellen wollte. Nur die Sechkantvertiefungen für die Muttern haben nicht mehr funktioniert. Die sind nach Schließen des Sketches irgendwo anders im Raum aufgetaucht. Das kenne ich aber schon von anderen Modellen.

Gibt es eigentlich eine Möglichkeit das irgendwie zusammenzufassen (natürlich dann nicht mehr veränderbar) um dann noch ein paar Feinheiten zu erledigen und FreeCAD von der Aufgabe zu befreien all die einzelnen Elemente weiter "verstehen" zu müssen?

Es reizt mich ja schon irgendwie, das ganze nochmal zu machen, nur diesmal richtig(er).
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chrisb
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Re: Korrekter Weg ein Sketch/Objekt zu drehen

Postby chrisb » Fri Oct 25, 2019 11:12 am

neo2001 wrote:
Fri Oct 25, 2019 11:05 am
Gibt es eigentlich eine Möglichkeit das irgendwie zusammenzufassen (natürlich dann nicht mehr veränderbar) um dann noch ein paar Feinheiten zu erledigen und FreeCAD von der Aufgabe zu befreien all die einzelnen Elemente weiter "verstehen" zu müssen?
In der Part-Workbench kann man eine einfache Kopie erstellen, die sozusagen den aktuellen Zustand in einem neuem Objekt ohne Historie einfriert.

Es reizt mich ja schon irgendwie, das ganze nochmal zu machen, nur diesmal richtig(er).
Das solltest Du auf jeden Fall machen, und zwar so lange bis es richtig gut ist. Dann geht es beim nächsten Modell alles besser und Du sparst die Zeit locker wieder ein.
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Re: Korrekter Weg ein Sketch/Objekt zu drehen

Postby neo2001 » Fri Oct 25, 2019 1:29 pm

Jetzt muss ich doch nochmal was fragen. Und zwar hattest du die Einschränkungen etwas optimiert und da bin ich jetzt zu blöd die zu begreifen:

Ich möchte den "Hals" anstatt 2 mm lieber 3 mm haben, weil sonst der Kabelbinder welcher den großen Kabelbinder fixiert nicht reinpasst.

Nun gelingt es mir um's verrecken nicht das umzusetzen. Habe die 6 mm Constraint entfernt und auch schon alle möglichen anderen, bekomme aber jedes Mal eine Fehlermeldung, wenn ich den Hals auf 3 mm setzten möchte.

Wenn ich aus den 6 mm 7 mm mache, wird die quadratische Aussparung nach innen geschoben. Die soll aber bleiben wo sie ist.

Da scheint mir irgendeine Constraint o.ä. am Werk zu sein, welche ich noch nicht verstanden habe.

Könntest du mir einen Tipp geben in welche Richtung ich schauen muss?
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Re: Korrekter Weg ein Sketch/Objekt zu drehen

Postby neo2001 » Fri Oct 25, 2019 1:44 pm

Hab es herausgefunden. War eine Gleichheits-Einschränkung.

Dank nochmal für die Hilfe!
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Re: Korrekter Weg ein Sketch/Objekt zu drehen

Postby neo2001 » Fri Oct 25, 2019 2:41 pm

Ich gebe es auf. Das Programm raubt mir den letzten Nerv. Sketche springen plötzlich an vollkommen andere Position. Abschrägungen verschwinden. Eigentlich wollte ich nur ein paar Kleinigkeiten anpassen, aber obwohl diese -- offensichtlich -- überhaupt keinen Einfluss auf die nachfolgende Geometrie haben, hagelt es nur noch Fehlermeldung usw. Es ist einfach frustrierend...

Man erzeugt einen neuen Sketch auf einer Oberfläche, erzeugt ein Loch, klick nochmal: Loch ist plötzlich auf irgendeiner anderen Position und mit einer anderen Ausrichtung.

Oder man macht etwas und es klappt, versucht es später nochmal und es funktioniert plötzlich nicht mehr.

Man traut sich gar nicht mehr irgendwas anzuklicken.

Eigentlich wollte ich Fusion 360 nicht verwenden, weil es proprietär ist und nur unter Windows läuft, aber ich fürchte dass ich hier mal eine eher pragmatische Entscheidung treffen muss, wenn ich innerhalb einer gewissen Zeit etwas geschafft bekommen möchte. Es nervt einfach, wenn man dermaßen viel Zeit verbringt und zum Schluss gar nichts davon hat, weil sich das Produkt quasi selbst zerlegt.

Habe heute bestimmt drei Stunden in den Mist investiert und habe im Endeffekt mehr kaputt als ganz gemacht.
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Re: Korrekter Weg ein Sketch/Objekt zu drehen

Postby neo2001 » Fri Oct 25, 2019 3:05 pm

Ich wollte z.B. die Grundplatte am anderen(!) Ende anpassen (etwas kürzer und breiter), aber wenn ich das mache, kommt das heraus was im Anhang zu sehen ist.

Es ist fast schon lustig.

Will ich die Pocket für die Vertiefung löschen (will keine Vertiefung mehr), verschwinden zufällige Elemente hinten (nicht nur ausgeblendet). Und zwar jedes Mal andere! :mrgreen: Wenn ich die Datei also neu lade und exakt die gleiche Aktion ausführe, passieren unterschiedliche Dinge... Will ich den Sketch für die Pocket verschieben, springt der Sketch für die Verbindung zwischen den schrägen Teilen plötzlich auf eine andere Ebene(!) und verdreht sich um 45°.
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Re: Korrekter Weg ein Sketch/Objekt zu drehen

Postby chrisb » Fri Oct 25, 2019 3:20 pm

Die letzte Datei, die Du hochgeladen hast, ist das Monstrum.

Dort ist das Problem, dass Du eine zyklische Abhängigkeit hast. Und genau damit kann eben bei jeder Neuberechnung etwas anderes passieren.
Snip macro screenshot-63203d.png
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Der Abhängigkeitsgraph zeigt auch noch ein anderes Problem: Du hast Deine Sketche immer an Flächen des vorigen Features angeheftet. Leider ist die Nummerierung dieser Flächen eher zufällig und hängt von den davorliegenden Schritten ab. Wenn Du also nachträglich etwas an einem davor liegenden Feature änderst, dann kann sich auch die Nummerierung und damit die Zuordnung der weiteren Sketche ändern.

Dann kommt es zu dem merkwürdigen Springen der Taschen etc.

Fusion360 hat dieses Problem wohl weniger; in FreeCAD kann man Modelle robuster gestalten, wenn man Sketche niemals an Flächen sondern immer nur an Hauptebenen oder an Sketche anheftet; oder an DatumPlanes, die wiederum diesen Regeln folgen.

Wenn Du mit FreeCAD weitermachen willst, würde ich mich Deines Modells noch mal annehmen (das darf gerne auch jemand anders machen :mrgreen: ). Wenn Du eh wechseln möchtest, kann ich das gut verstehen, möchte dann aber natürlich keine Zeit dafür aufwenden.
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Re: Korrekter Weg ein Sketch/Objekt zu drehen

Postby neo2001 » Fri Oct 25, 2019 3:28 pm

Lieben Dank für die Erläuterungen. Mir ist schon klar, dass ich da bei Vielem einfach nicht verstehe wie es im Hintergrund funktioniert. Auf der anderen Seite ist FreeCAD nicht unbedingt intuitiv gestaltet. Ich glaube, dass ich das Grundprinzip auch nach einigen Stunden Arbeit nach wie vor nicht richtig verstanden habe. Für den Kleinkram den ich bisher gemacht habe, war es ausreichend, aber durch die notwendige Abweichung von den bekannten drei Ebenen kommt quasi auch eine neue Ebene an Komplexität hinzu.

Ich werde es für heute wohl einfach mal gut sein lassen.
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Re: Korrekter Weg ein Sketch/Objekt zu drehen

Postby neo2001 » Sat Oct 26, 2019 7:43 am

Habe mal drüber nachgedacht was mir die meisten Probleme bereitet:

Die größte Unsicherheit für mich, besteht darin festzulegen ob und woran an man weitere Elemente befestigt. Lege ich z.B. ein Pad an in das ich Löcher bohren möchte, frage ich mich, ob ich den Sketch nun an der Oberfläche des Pads, oder an einer künstlichen Ebene oder direkt am Koordinatensystem orientieren soll. Aber auch schon das Platzieren allein fällt mir schwer, weil sich plötzlich Dimensionen verändern anstatt dass existierende Dimension verschoben werden.
Und falls ich eine Ebene einfüge woran befestige ich diese?
Auf der einen Seite möchte man ja schon gewisse Abhängigkeiten haben, z.B. wenn man die Breite einer Grundfläche verändert, sollte z.B. die Breite eines Rands sich mit verändern. Auf der anderen Seite führen diese Abhängigkeiten offensichtlich zu den Problemen die ich in massive Form immer wieder habe.

Ich habe gedacht, dass ich vielleicht Schritt für Schritt vorgehe und immer den aktuellen Zustand hier poste. Auf die Weise ist es vielleicht auch eine Hilfe für andere die ähnliche Schwierigkeiten haben. Sprich ich beschreibe was ich erreichen will und vielleicht kann dann der eine oder andere erfahrene Nutzer bei Gelegenheit (s)einen Kommentar dazu geben...

Ich will also einen Halter für einen RC-Empfänger zeichnen. Dafür habe ich erstmal die Grundfläche gezeichnet und dann ein Pad mit 3 mm Höhe daraus erzeugt. Auf Spiegelung habe ich diesmal bewusst verzichtet, da die Form relativ einfach ist und das dann nur unnötig Komplexität bringt (finde ich).

Am Ende habe ich zwei 3,3 mm Löcher im Abstand von 18 mm gebohrt. Normalerweise hätte ich den Sketch dafür auf die Oberfläche des Pads platziert. Hier fängt die Unsicherheit bereits an: Den Sketch habe ich auf die XY Plane platziert und dann mit einem Offset von 3 mm nach oben geschoben. Ist das sinnvoll oder gibt es noch andere/bessere Wege?
Die untere Kante der Basis hab ich mir über einen Link aus der externen Geometrie geholt (für den Abstand zur unteren Kante).

Die Elemente benenne ich immer mit dem Präfix um was es sich handelt ("pad*". "sketch*") und einer möglichst treffenden Bezeichnung.
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